Mein Name ist Valerii. Ich wurde in der ukrainischen Stadt Saporischschja geboren, einem bedeutenden Industriezentrum mit einer starken Tradition in den Bereichen Energie und Metallurgie.
Nach meiner Ausbildung im Maschinenbau studierte ich Elektrotechnik mit Schwerpunkt Stromversorgungssysteme und schloss das Studium mit einem Masterabschluss ab. Bereits während des Studiums sammelte ich Berufserfahrung in den Bereichen Energiemanagement, Modernisierung sowie Planung von Industrieanlagen für Wasser und Lüftungstechnik.
Meine Frau und ich wollten uns beruflich weiterentwickeln und neue Perspektiven schaffen. Da meine Mutter und mein Bruder bereits seit vielen Jahren in Deutschland lebten, entschieden wir uns für den Schritt nach Deutschland. Zur Vorbereitung besuchten wir Sprachkurse am Goethe Institut. Aufgrund des Krieges in der Ukraine konnten wir diese jedoch nicht vollständig abschließen.
Für uns war es wichtig, in Deutschland selbstständig Fuß zu fassen und eine Arbeit zu finden. Meine Frau fand schnell eine Wohnung und eine Arbeitsstelle. Als ich nachkam, wollte ich meine Abschlüsse anerkennen lassen und in meinem Beruf arbeiten. Dabei lernte ich das IQ Netzwerk Sachsen-Anhalt kennen. Die Beratung durch Frau Becker vom IQ Fachinformationszentrum war für meinen weiteren Weg entscheidend. Sie erklärte mir, welche Voraussetzungen für eine Beschäftigung in meinem Fachgebiet wichtig sind, insbesondere Deutschkenntnisse auf B2 Niveau und die Zeugnisbewertung meines Hochschulabschlusses.
Dank der Unterstützung der Bundesagentur für Arbeit konnte ich einen Sprachkurs besuchen. Gleichzeitig begleiteten mich die Mitarbeitenden der IQ Anerkennungsberatung durch den gesamten Anerkennungsprozess. Nach bestandener Sprachprüfung erhielt ich auch die positive Bewertung meiner Abschlüsse. Darüber hinaus unterstützte mich Frau Becker bei der Erstellung meiner Bewerbungsunterlagen und bei der Stellensuche.
Mir war bewusst, dass der Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt Zeit braucht. Deshalb begann ich zunächst als Elektrohelfer. Diese Tätigkeit half mir, praktische Erfahrungen zu sammeln, die Fachsprache zu lernen und die deutsche Arbeitskultur kennenzulernen.
Kurze Zeit später fand ich eine Stelle in einem jungen Unternehmen, das einen technischen Zeichner beziehungsweise Ingenieur suchte. Daraus entwickelte sich eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Heute arbeite ich dort als Chief Planning Officer und kann meine fachlichen Kenntnisse und Erfahrungen voll einbringen. Mein Arbeitgeber schätzt meinen Einsatz und ich schätze die Offenheit und Unterstützung, die ich dort erfahre.
Mit dieser qualifizierten Beschäftigung konnte ich einen Aufenthaltstitel als Fachkraft beantragen. Auch dabei wurde ich vom IQ Netzwerk Sachsen-Anhalt und insbesondere von Frau Becker begleitet und unterstützt.
Ich lerne weiterhin Deutsch und entwickle mich fachlich ständig weiter. Trotz gemeinsamer wissenschaftlicher Grundlagen unterscheiden sich Bildungssysteme, Arbeitsweisen und rechtliche Rahmenbedingungen von Land zu Land. Deshalb ist lebenslanges Lernen für mich selbstverständlich.
Meine Botschaft an Fachkräfte aus dem Ausland und an Arbeitgeber in Deutschland lautet: Fachwissen und Berufserfahrung sind wichtig, aber ebenso entscheidend sind Motivation, Lernbereitschaft und gegenseitige Unterstützung. Jeder Mensch verdient die Chance, sein Potenzial zu zeigen. Eine solche Chance habe ich in Deutschland erhalten. Organisationen wie das IQ Netzwerk Sachsen-Anhalt leisten dabei einen wichtigen Beitrag, indem sie Menschen in einer entscheidenden Lebensphase begleiten und ihnen den Weg in den Arbeitsmarkt erleichtern.

