Seit 2021 besuchen junge Menschen aus El Salvador die Krankenpflegeschule Wittenberg, um sich hier zu angehenden Pflegefachkräften ausbilden zu lassen - ein mutiger Schritt, der auch Orientierung im deutschen Gesundheitssystem erfordert. Die BARMER unterstützt die Auszubildenden deshalb als verlässliche Gesundheitspartnerin. Melanie Noka, Sales Consultant bei der Krankenkasse, erklärt im Interview, was genau der "Gesunde Start" ist und wie eine Krankenkasse dazu beiträgt, Integration ganz praktisch zu gestalten.
Melanie, ihr engagiert euch als BARMER im Bereich der Auszubildenden aus El Salvador. Was genau tut ihr?
Wir sind Kooperationspartner für Ausbildungsbetriebe und Pflegeschulen, wie beispielsweise der Krankenpflegeschule in Wittenberg. In diesem Rahmen unterstützen wir grundsätzlich alle Auszubildenden, unabhängig ihrer Herkunft. Unsere Unterstützung der jungen, ausländischen Fachkräfte beginnt jedoch oft schon einen Schritt früher. Viele von ihnen kennen das deutsche Gesundheitssystem nicht und haben beispielsweise noch nie eine Gesundheitskarte gesehen. Deshalb ist es uns wichtig, ihnen zunächst die Grundlagen unseres Systems zu vermitteln - etwa, wie die gesetzliche Krankenversicherung funktioniert, welche Leistungen sie umfasst und wie man sie in Anspruch nimmt.
Wo liegen denn die Unterschiede zwischen dem deutschen Krankenversicherungssystem und dem in El Salvador?
In El Salvador gibt es keine allgemeine Versicherungspflicht. In Deutschland hingegen müssen alle Bürgerinnen und Bürger krankenversichert sein - entweder gesetzlich oder privat. Das Thema Krankenversicherung ist also für viele Menschen aus El Salvador grundlegend neu. Darüber hinaus gibt es dort keine Gesundheitskarte. Patientendaten werden oft manuell oder lokal gespeichert. Und es ist oftmals eine Vorauszahlung üblich. In privaten medizinischen Einrichtungen wird also häufig Barzahlung oder Kreditkarte verlangt - auch bei Notfällen.
Das klingt erst einmal danach als müssten die Azubis aus El Salvador sich viel theoretisches Wissen aneignen. Wird es bei euch auch praktischer?
Ja natürlich, die BARMER hat das komplexe System anschaulich und bündig in Erklärvideos verpackt. Wir machen dort also keine mehrstündigen, trockenen Lerneinheiten. Außerdem begleiten wir die Auszubildenden mit gezielten Angeboten zur Gesundheitsförderung, etwa durch Workshops, digitale Tools oder persönliche Beratung. Unser Ziel ist es, ihnen einen gesunden Start in ihr neues Leben und ihre Ausbildung in Deutschland zu ermöglichen. Dabei spielen nicht nur die Themen Bewegung und Ernährung eine Rolle. Auch der mentalen Gesundheit kommt eine besondere Bedeutung zu. Wir unterstützen die Azubis zum Beispiel auch bei der Prüfungsvorbereitung bzw. -motivation und geben Workshops zum Zeitmanagement.
Ihr nennt dieses Programm "Gesunder Start". Kannst du das noch näher erläutern?
Wir haben extra für Ausbildungsbetriebe das Präventionsangebot "Gesunder Start" entwickelt. In der Krankenpflegeschule in Wittenberg, in der auch die Azubis aus El Salvador ihre Ausbildung absolvieren, gibt es eine spezielle Pflege-Edition. Sie ist für das Berufsfeld Pflege ausgelegt, weil die Beschäftigten in dieser Branche von bestimmten Gesundheitsrisiken betroffen sind, wie beispielsweise mentaler Belastung, Stress, aber auch körperlichen Herausforderungen, die sich des Öfteren in Rückenleiden niederschlagen. Wir zeigen, wie man hier schon mit dem Berufsstart gegensteuern kann. Auch den Umgang mit der Schichtarbeit und ihren Einfluss auf den Schlaf-Wach-Rhythmus thematisieren wir. Ein gesunder Schlaf ist essenziell für die Regeneration.

